Der International Harvester M5A1 gehörte zu den besten Half-Tracks, die während des Zweiten Weltkriegs produziert wurden. Nach seiner Standardisierung im Jahr 1942 erlangte er rasch den Ruf überlegener Technik, hoher Robustheit und hervorragender Fahreigenschaften. Die geschweißte Stahlpanzerung, flachen Kotflügel, klaren Rumpflinien und abgerundeten Heckpartien unterschieden ihn deutlich von der früheren M3-Serie, während Wendigkeit und Zuverlässigkeit ihn bei alliierten Besatzungen besonders beliebt machten.
Dieses spezielle Fahrzeug mit der Seriennummer 1565-ORD-12320 wurde am 12. Februar 1943 ausgeliefert. Ursprünglich als USA 4030308 registriert, trat es nie in amerikanischen Dienst. Stattdessen wurde es direkt den polnischen Streitkräften im Exil übergeben und später zur M5A1-Version aufgerüstet. Da es nie zivil umgebaut oder zweckentfremdet wurde, stellt es einen außergewöhnlich authentischen Überlebenden des polnischen Kriegseinsatzes dar.
In den späten 1990er-Jahren entdeckte Ivo Rigter Sr. das Fahrzeug auf einem französischen Schrottplatz – noch immer in militärischer Konfiguration und bemerkenswert unverändert. Obwohl die Heckpanzerung fehlte und das Fahrzeug nicht fahrbereit war, blieb die Struktur stabil und die Originalität außergewöhnlich hoch. Nach jahrelangen Verhandlungen erwarb BAIV den Half-Track Anfang 2014 mit dem Ziel einer vollständigen Class-A-Concoursrestaurierung.
Zwischen dem 4. Januar und dem 26. Februar 2021 führte das BAIV-Restaurierungsteam einen äußerst sorgfältigen Neuaufbau durch. Sämtliche Baugruppen – Antriebsstrang, Motor, Fahrwerk, Lenkung, Bremsen, Windenanlage und Elektrik – wurden nach Werksvorgaben überholt. Fehlende Panzerung wurde exakt anhand der IHC-Produktionszeichnungen von 1943 rekonstruiert. Neue Ketten und Antriebsräder wurden montiert, während erhaltene Originalteile nach Möglichkeit restauriert statt ersetzt wurden.
Der Half-Track erhielt ein professionelles Lackiersystem im korrekten Farbton der polnischen Armee von 1944, eine vollständige neue Planenausrüstung sowie vollständig historisch korrekte Markierungen. Heute trägt er die authentische Kennzeichnung Z5589565 „Żółkiew“, zugeordnet einem Offizier der 1. Batterie, 1. Motorisierten Artillerieregiments der renommierten 1. Polnischen Panzerdivision unter General Stanisław Maczek.
Mit 98 von 100 Concours-Punkten zählt der M5A1 „Żółkiew“ heute zu den besten restaurierten Exemplaren weltweit.
Vollständig dokumentiert, getestet und museumsreif steht er als makelloses Zeugnis alliierter gepanzerter Mobilität und der bedeutenden polnischen Rolle bei der Befreiung Europas.