Die Restaurierung dieser M7B1 Priest aus dem Jahr 1944 zählt zu den bedeutendsten Projekten von BAIV und vereint historischen Respekt, technisches Können und ein tiefes Bewusstsein für Erinnerungskultur.
Das Fahrzeug wurde im Februar 1945 von der Pressed Steel Car Company in Chicago (Wannen-Nr. 4606) gefertigt und nahm vermutlich in den letzten Kriegsmonaten am Vormarsch der US-Streitkräfte in Deutschland teil. Nach Kriegsende wurde es in einem US-Depot in Frankreich eingelagert und später von den französischen ABS-Werkstätten zur M7B2-Version umgebaut. In den 1960er-Jahren gelangte das Fahrzeug zur deutschen Bundeswehr und wurde dort als Fahrschulfahrzeug eingesetzt. Im Gegensatz zu vielen anderen Exemplaren wurde es nie verschrottet oder als Schießziel genutzt – eine außergewöhnliche Voraussetzung für eine originale Restaurierung.
Im Mai 2018 wurde die Priest von Ivo Rigter Sr. und Jr. auf dem Gelände des deutschen Sammlers Achim Wagner wiederentdeckt. Trotz jahrzehntelanger Freilagerung war das Fahrzeug bemerkenswert vollständig. Die erforderlichen Genehmigungen und Exportfreigaben nahmen mehrere Jahre in Anspruch. Erst Ende 2021 erreichte die Priest die BAIV-Werkstatt in Nederweert und begann ein neues Kapitel.
Die Restaurierung startete Ende 2022 mit einem ehrgeizigen Ziel: Fertigstellung vor dem 80. Jahrestag von D-Day im Jahr 2024. In über 3.850 Arbeitsstunden baute das BAIV-Team die Priest vollständig neu auf. Der legendäre Ford-GAA-V8-Motor wurde komplett überholt, der Innenraum originalgetreu nach dem Stand von 1945 rekonstruiert und jedes einzelne Bauteil gereinigt, instandgesetzt oder neu gefertigt.
Das Fahrzeug erhielt die Markierungen des 78th Armored Field Artillery Battalion der 2nd Armored Division „Hell on Wheels“, einer der kampferfahrensten Einheiten des Krieges. Damit würdigte BAIV die Besatzungen, die in der Normandie, in den Ardennen und tief in Deutschland gekämpft hatten.
Im Sommer 2024 erwachte die Priest während der 80-jährigen D-Day-Gedenkveranstaltungen in der Normandie erneut zum Leben. Anschließend nahm sie problemlos an der zehntägigen XXX-Corps-Gedenkfahrt zum 80. Jahrestag der Operation Market Garden teil und legte dabei über 160 Kilometer gemeinsam mit 270 historischen Fahrzeugen zurück. Weitere Einsätze in Overloon, bei den Gedenkveranstaltungen zur Schlacht an der Schelde sowie zur Befreiung von West-Brabant unterstrichen ihren Status als voll einsatzfähiges rollendes Denkmal.
Im März 2025 fand das Fahrzeug seine endgültige Bestimmung: Es wurde im Rahmen einer staatlichen Initiative zum kulturellen Erbe vom Museu do Caramulo in Portugal erworben. Dort setzt die Priest ihre Mission fort – nicht mehr als Kriegswaffe, sondern als lebendiges Denkmal für Frieden, Erinnerung und technische Exzellenz.
Die Restaurierung der M7B1 Priest verkörpert alles, wofür BAIV steht: Authentizität, Handwerkskunst, Leidenschaft und Respekt vor der Geschichte. Sie zeigt, wie engagierte Hände und Herzen vergessenes Stahlmaterial in ein bewegendes Vermächtnis verwandeln können, das Generationen verbindet.